Erfahrungsbericht von Markus Hoffmann

Am 2. April 2015, drei Tage nach dem Erstbezug der Gemeinschaftsunterkunft gab es einen Spaziergang durch Gransee mit 8 Asylbewerbern aus Kenia, Eritrea und anderen afrikanischen Ländern. Wir sind zunächst zu unserem neuen Haus gegangen und haben es mangels Schlüssel von außen angesehen. Dann sind wir durch das Stadttor am Heimatmuseum und den diversen Geschäften vorbei, zwischen Amtsverwaltung und Kirche zur Superintendentur, wo am 15. 4. die ersten Beratungen stattfinden werden. Wir konnten auch kurz rein und den Beratungsraum ansehen. Dann sind wir wieder zurück zur Hauptstraße und über den Kreisverkehr zu den Supermärkten an der Templiner Straße, dann zum Bahnhof, zu Aldi, zum Sportplatz und wieder zurück. Einzelne haben bei Thomas Phillips und insbesondere bei Aldi eingekauft und die Handytarife von Penny und Aldi in Augenschein genommen. Tobias hat den Fahrkartenautomaten am Bahnhof erklärt, was ja für Flüchtlinge besonders wichtig ist. Zwei sind aus Unwissenheit offenbar schon dazu verdonnert, 40 Euro zu zahlen, da sie ohne Fahrkarte unterwegs waren. 

Wahrscheinlich wird es eine Möglichkeit geben, beim Fussballtraining mitzumachen. Dafür muss wohl Vereins-intern noch das ein oder andere geklärt werden. Interesse bei den Flüchlingen ist da.

Immer wieder wurde ich nach WLAN-Möglichkeiten gefragt. Der Landkreis hat einen Internetraum vorgesehen. Wann das Internet dort aber verfügbar sein wird, scheint noch in den Sternen zu stehen.

Insgesamt war der Spaziergang zwar bei kalter Witterung, aber trocken und entspannt. Ich denke, die Flüchtlinge haben dabei viel von Gransee entdecken können und haben sich gefreut, dass wir auf ihre Anliegen eingegangen sind. Wahrscheinlich werden sie auch am folgenden Wochenende beim Arbeitseinsatz mithelfen.

Ich kann es nur empfehlen, hier initiativ zu werden, Asylbewerber vor der Unterkunft anzusprechen und kleine Gruppen zu bilden. Wir waren jetzt mit alleinreisenden Männern aus Afrika unterwegs. Wenn sich die nächsten von Euch zunächst an Menschen anderer Herkunftsländer wenden, dann sind informell möglichst viele Flüchtlinge eingebunden. Wichtig ist vielleicht noch, dass Ihr Euch die Namen und die Zimmernummern Eurer Kontaktpersonen notiert. Denn der Wachschutz scheint jetzt ähnlich streng wie in Hennigsdorf zu sein und lässt nur Leute ins Haus, wenn der Name einer zu besuchenden Person genannt wird und ein Personalausweis vorgelegt wird.

Markus Hoffmann