Willkommen bei der Initiative "Willkommen in Gransee"

Die Initiative "Willkommen in Gransee" entstand im Januar 2014, um das bürgerschaftliche Engagement für Asylbewerber in Gransee zu bündeln. Mit dem ersten Zuzug von Flüchtlingen in die Stadt sorgte unsere Initiative für sprachliche und praktische Unterstützung im Alltag. Durch Film- und Theateraufführungen sowie ein Seminar konnte das Wissen über die Situation von Flüchtlingen erweitert werden. Inzwischen ist die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Gransee bezogen und die Initiative hat von der Stadt ein Gebäude für ihre Aktivitäten zur Verfügung gestellt bekommen.

Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich auf unserer Internetseite zu informieren, mit uns Kontakt aufzunehmen und bei uns mitzumachen.

Liebe Frauen der Initiative,
 
ich möchte euch herzlich zum 1. Frauencafé am 08. August 2015 im Hospital Global, Ruppiner Straße 8, Gransee einladen.
Es soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass die wenigen Asylbewerberinnen mit ihren Kindern einen zeitlichen und räumlichen Rahmen haben, um mit anderen Frauen ins Gespräch zu kommen. Christiane Vogl wird zudem Korbflechten anbieten. Für die Kinder gibt es Kreativ- und Spielangebote. Es gibt leckeren Kuchen und Getränke. Gern können auch noch Obst, Kuchen, Süßigkeiten und Getränke mitgebracht werden.
Habt ihr Ideen für Spiele, Kreativangebote, Musizieren und Co? Dann könnt ihr das gerne vor Ort anbieten oder vorstellen.
Freue mich auf euer Kommen!
Bringt auch eure Kinder mit!
Beginn: 15 Uhr (bis ca. 17 Uhr), ohne Anmeldung, Eintritt frei
Ich bin schon eine Stunde eher da.
 
Liebe Grüße
Viviane Zipperling

 

Zwei Abende Fröhlichkeit und strahlende Augen

Erfahrungsbericht von Marianne Bunyan

Anlässlich des Granseer Stadtfestes kamen auch unsere Asylbewerber auf ihre Kosten. Da ich einige nun schon persönlich kenne durch Patenschaften oder Deutschunterricht fällt es leicht Kontakte aufzubauen, die so gern und dankbar angenommen werden. Integration funktioniert, wenn Vorurteile der herzlichen Offenheit und Annahme weichen.

Keine graue Masse von sogenannten Flüchtlingen, sondern Namen wie Aras, Suleyman, Hamid, Haniyeh oder Nariman sind Augen und Herzen, die lachen und hüpfen wollen, das sind Arme und Hände, die sich öffnen und umarmen können. Das sind Menschen, die durch schweres Leid gegangen sind und die für einige Stunden einfach nur glücklich sein konnten. Auch jene, die ich bisher nur mit ernsten Gesichtern kannte, haben sich anstecken lassen von der Atmosphäre und die Anspannung war wie weggewischt.

Musik und Tanz können schnell verbinden, was an Wunden zu pflegen ist. Und wenn es nur ein paar Stunden sind, so haben sich an den letzten beiden Tagen Granseer Bürger mit den meist jungen Menschen aus Nahost und Afrika auf der Tanzfläche bewegt als gäbe es kein Morgen mehr, anfangs zaghaft aber dann voller Lebensfreude und Spaß, ob nun zu deutschen Schlagern getanzt wurde oder der Band applaudiert, geklatscht oder in einfallsreichen Tanzeinlagen performed wurde, alles war ein Feuerwerk der Emotionen und sprühender Impulsivität und letztendlich ein dröhnender Tanzboden voller strahlender Augen und lachender Gesichter. Da tanzten die Alten mit den Jungen zu zweit oder zu fünft. Es war laut und rasant, aber immer fröhlich und nie aufdringlich. Einfach mal abtanzen im Wir und nicht "die" oder ich.

Lachen verbindet und freundliche Gesten kosten nichts. Aufmerksamkeit schenken kommt mannigfaltig zurück. Ich bin auch eine Zugezogene und freue mich über Gransee und seine Mitbürger, die sich in so großer Zahl einfach nur mit gefreut haben, die mitgelacht und mitgetanzt haben, wo Hände gehalten  und Umarmungen ausgetauscht, wo einfach nur ein Lächeln verschenkt wurde. Wir sind auf dem Weg. Begegnen wir den Asylbewerbern mit Herz und Freundlichkeit, ernten wir Respekt und Anerkennung. In den letzten Wochen habe ich mir mehrmals anhören müssen: „Deutschland ist so ein schönes Land, mit so wundervollen Menschen.“ Gransee ist ein Segen für alle. In unserer materialistischen Zeit, können wir lernen, was Dankbarkeit ist und wofür wir Menschen leben sollten: Liebe den Nächsten wie dich selbst, denn man erntet, was man säat.

Die Willkommens-Idee in Gransee sollte Vorbildfunktion haben. Das wünsche ich sowohl den Menschen aus anderen Ländern als auch den Bürgern dieser Stadt.

Marianne Bunyan

 

Einladung zum Treffen der Initiative "Willkommen in Gransee"

am Montag, 18. Mai 2015 im „Hospital-Global“ in der Ruppiner Straße 8, Beginn 19.00Uhr

Themen für die Tagesordnung:

1       Kurze Informationen über den Stand der Dinge:
-        Sprachunterricht – Rose
-        Fahrräder - Klaus
-        Praktische Unterstützung, Patenschaften – Ines
-        Spenden und Fördermittel - Viviane
-        „Unser Haus“ - Klaus, Wolfgang
-        Öffentlichkeitsarbeit: Flyer, Stadtfest, Tag der Vereine, Website, Newsletter - Markus, Ines
-        Film "Can‘t be silent" – Hans

2       Ruppiner 8
-        weitere Ideen - hier sind auch die Flüchtlinge gefragt
-        wer kann etwas anbieten?

3.      Wer macht wobei mit? Wer hat bei welcher Aktion den Hut auf? Termine für nächste Treffen

4.      Vorschlag eines gemeinsamen Tages im „Hospital Global“ am 6. Juni zum Ideensammeln, Kochen, Essen, Musik machen - Wer hat Lust? – Markus

Moderation - Uwe
Übersetzung ins Englische: Sylvia Seemann

Unser Willkommensfest

„Das Maß an Herzlichkeit konnte kaum noch übertroffen werden“ - so begann Sabine Slatosch ihren Artikel in der Granseezeitung über das Willkommensfest am Samstag, dem 25. April 2015, zu dem die Initiative Willkommen in Gransee gemeinsam mit Amt und Stadt Gransee neue und alte MitbürgerInnen geladen hatte. Mehr als 200 BesucherInnen sind gekommen. Spätestens beim Kreistanz des Gemeinsam e.V. sprang der Funke über und Menschen aus 3 Kontinenten bewegten sich Hand in Hand zur Musik. Bereits davor hatten die TrommlerInnen der Gruppe Os Velhos Sambeiros aus Kurtschlag rhythmisch auf ihre großen Trommeln eingeschlagen und Neu-Granseer aus Syrien zum Mitmachen animiert, ergänzt durch den Jazztrompeter Mathias Josten, der immer wieder Akzente hinzufügte. Aus Herbert Brauers Dudelsack-Klängen entstand später mit orientalischen Trommelryhthmen und Gesängen kombiniert eine zwar ungewöhnliche, aber genau zum Fest passende spontane musikalische Neuschöpfung.

Zu Beginn des Festes sang der Chor Spätlese und es gab Begrüßungsreden des stellvertretenden Amtsdirektors Manfred Richter und des Bürgermeisters Mario Gruschinske. Von Seiten der Flüchtlinge ergriff Rashid Haroon das Wort. Klaus Pölitz sprach über die Initiative und führte durch das Programm.

Traditionell gab es nachmittags Kaffee und Kuchen und Abends wurde gegrillt. Dazu gab es ein reichhaltiges und leckeres Buffet mit Speisen aus verschiedenen Ländern, die von TeilnehmerInnen des Festes zubereitet worden sind. Wolfgang Grassl hat große Platten mit Mutabel, Hommus und Tabulet angerichtet und damit die internationale Küche nach Gransee gebracht. Das hat besonders die Menschen aus arabischen Ländern gefreut. Am Abend legte DJ Max Rodrian im Saal Musik zum Tanzen auf. Ihm gebührt ein besonderer Dank, da er sehr kurzfristig für den verhinderten Dietmar Stehr eingesprungen ist. Es wurde zu Klängen aus verschiedenen Teilen der Welt ausgelassen getanzt. Auf vielen Gesichtern der Tanzenden war zu sehen, dass sowohl traurige Flüchtlingsgeschichten als auch die ungewisse Zukunft in diesem Moment vergessen waren. Flüchtlinge und Asylbewerber konnten an diesem Tag Granseer Gastfreundschaft erleben und für manche Granseer öffneten sich einen Spalt weit Kulturen, die sie bislang bestenfalls aus dem Fernsehen kannten. Es spricht viel dafür, dass aus diesem Spalt in den nächsten Monaten eine Türöffnung erwachsen kann.

Wir danken im Namen der Initiative Willkommen in Gransee allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben, der Stadt und dem Amt Gransee für die Bereitstellung der Bühne und der Bierzeltgarnituren, der Aqua Zehdenick für weitere Tische und Bänke, dem Gymnasium für die Musikanlage, Reiner Pelz sorgte damit für den guten Ton auf der Bühne und im Saal. Wir danken Volkmar Müller für die technische Betreuung der Dia-Show, dem Gemeinsam e. V. für das Partylicht und der Fontane-Schule Menz für den Grill. Besonders danken wir allen, die leckere Kuchen gebacken haben und Speisen für das Buffet zubereitet haben. Einige Granseer Geschäfte haben Beiträge zum Fest gesponsert, insbesondere der Marktimbiss von Karola Meinke, der neben reichhaltigen Speisen auch Geschirr und einen Kühlschrank der Initiative überlassen hat, außerdem die Bäckerei Türcke, die Fleischerei Ribbe und das Getränkeland Gransee. Herzlichen Dank dafür!

Für die Initiative

Ines Richter und Markus Hoffmann